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Swatch Freeride World Tour

13.01.12 | Contests & Jams

Kye Petersen und Angel Collinson gewinnen Swatch Freeride and Freeskiing World Tour 2012 in Revelstoke (CAN)

Beim Auftakt zur Swatch Freeride World Tour 2012 im kanadischen Revelstoke dominierten die Nordamerikaner: Kye Petersen (CAN) und Angel Collinson (USA)sicherten sich bei den Skifahrern die ersten Plätze, Ralph Backstrom (USA) und Maria DeBari (USA) gewannen bei den Snowboardern. Die deutschen Freeskier fuhren ein starkes Ergebnis ein. Sebastian Hannemann  (GER) belegte als drittbester Europäer Rang neun, Pia Widmesser (GER) wurde als beste Europäerin Fünfte. Der Event wurde von der Swatch Freeride World Tour, der Subaru Freeskiing World Tour und den The North Face Masters of Snowboarding gemeinsam abgehalten und brachte eines der stärksten Teilnehmerfelder zusammen, die es im Freeriden je gegeben hat. Revelstoke bewährte sich mit seinen vielfältigen Ski- und Snowboard-Möglichkeiten, seiner warmen Gastfreundschaft und seinem unglaublichen Schneereichtum als perfekter Gastgeber – alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Ort in British Columbia eine der tragenden Säulen der Freeride World Tour bleibt.
 
Ski: Erstklassige Verhältnisse am Mac Daddy - Results
Strahlend blauer Himmel und tiefer Neuschnee auf dem gigantischen Mac-Daddy-Hang im Herzen des Backcountry von Revelstoke – der erste Event der Swatch Freeride World Tour 2012 geriet zu einem legendären Bigmountain-Contest. Der Kanadier Kye Petersen (CAN), der das Feld bereits nach dem ersten Tag angeführt hatte, war auch beim Finale nicht aufzuhalten und baute seinen Vorsprung mit einem mühelosen Run auf diesem steilen und sehr exponierten Hang aus. Auf seine Konkurrenten muss die saubere, knackige und ausgewogene Fahrt des Kanadiers wie eine Bedrohung gewirkt haben: Wenn der 21-Jährige dieses Niveau halten kann, ist er dieses Jahr kaum zu schlagen. Petersen sagte: „Ich wollte einfach nur auf den Beinen bleiben und gut unten ankommen. Das war der beste Wettbewerb, der überhaupt möglich ist. Die stärksten Skifahrer aus Nordamerika und Europa waren am Start. Ich freue mich sehr über diesen Sieg.“ Der zweite Platz ging an Oakley White Allen (USA), der die Jury mit einer superflüssigen Linie beeindruckte. Der Amerikaner freute sich mit breitem Grinsen: „Ich bin genauso an den Hang herangegangen wie am ersten Tag: Ich wollte eine Linie fahren, die Spaß macht. So etwas drückt sich dann auch in der Körpersprache aus, glaube ich.“ Den dritten Platz belegte Drew Tabke (USA), der sich zunächst einen Weg durch den technischen Abschnitt des Hanges suchte, um dann unten einen Sprung nach dem anderen zu setzen.
 
Gute Platzierungen für die deutschen Teilnehmer
Die Franzosen Adrien Coirier (FRA) und Jérémy Prévost (FRA) verpassten das Podium nur knapp und landeten auf den Plätzen vier und fünf. Sebastian Hannemann aus Königsbrunn (GER) bestätigte seine gute Frühform und beendete den Contest nach zwei soliden Auftritten auf Rang neun. Die Erst- und Zweitplatzierten der Freeride World Tour 2011, Aurélien Ducroz (FRA) und Samuel Anthamatten (SUI), stürzten beide bei hohen Cliffdrops.
 
Bei den Freeskierinnen bewies Angel Collinson (USA) einmal mehr, dass sie eine absolute Weltklasse-Läuferin ist. Im äußerst exponierten oberen Abschnitt des Hanges fuhr sie bombensicher, in den technischen Segmenten souverän und flüssig, und am Ende stand sie noch einen eindrucksvollen Cliffjump. Die Zweitplatzierte der Freeride World Tour 2011 hat damit für die neue Saison ein deutliches Zeichen an die Konkurrentinnen geschickt. „Als ich aufwachte und den blauen Himmel sah, war der Tag für mich schon gerettet. Ich habe mich total darauf gefreut, dieses fantastische Face mit seinen vielen Möglichkeiten zu fahren. Im Ziel hatte ich gleich das Gefühl, dass das ein starker Run war.“ Die Plätze zwei und drei belegten Crystal Wright (USA) und Jesse McMillan (USA). Beste Europäerin wurde Pia Widmesser (GER) aus Oberaudorf, die Fünfte wurde und sich offenbar sehr gut auf diese Saison vorbereitet hat.
 
Bei der Siegerehrung erhielten die Gewinner die neuen Howitzer Shell Trophys von Swatch. Diese Pokale sind Haubitzengranaten nachempfunden, wie sie bei Lawinensprengungen eingesetzt werden, die bei der Vorbereitung eines Contest-Hanges wie des Mac Daddy unerlässlich sind.
 
Snowboard: Nur die Franzosen durchbrechen die Phalanx der Amerikaner - Results
Der Snowboard-Wettbewerb von Revelstoke wurde bereits am Sonntag am Mackenzie Face durchgeführt. Auch bei den Snowboardern gewann mit Ralph Backstrom (USA) ein Amerikaner. Er zeigte eine aggressive Fahrt mit technischen Feinheiten und einem solide gelandeten Double Cliff. Backstrom freute sich: „Ich bin auf den Beinen geblieben und sehr schnell und flüssig gefahren. Ich hatte einige schöne Features in meinem Run. Ich bin total stoked. Der Schnee war super!“ Den zweiten Platz belegte Jonathan „Douds“ Charlet aus Chamonix, der drei Cliffs sprang und einen schnellen und flüssigen Run zeigte. „Ich bin sehr happy“, sagte Charlet im Anschluss. „Ich habe meine Line im letzten Moment noch geändert und ein großes Cliff auf der rechten Seite mitgenommen. Es war viel größer, als ich dachte. Aber ich bin gut gelandet, weil der Powder so tief war.“ Dritter wurde Blair Habenicht (USA); Max Zipser (AUT) erreichte als bester Österreicher Platz sieben.
 
Bei den Damen gewann Maria DeBari (USA) mit großem Vorsprung vor der Konkurrenz. DeBari fand auf dem steilen Hang eine smarte Linie, die sie schnell und fehlerlos absolvierte: „Ich fuhr auf der Seite rechts des großen Cliffs, weil es bei der Hangbesichtigung am coolsten aussah.“ Den zweiten Platz belegte Margot Rozies (FRA). Sie berichtete: „Ich war sehr nervös, weil ich als Erste fahren musste und das erste Mal auf der Freeride World Tour starten durfte. Aber es lief super und ich hatte einen großartigen Run.“ Dritte wurde Shannan Yates (USA); Ursula Wohlschlager (AUT) belegte Rang fünf.
 
Die Swatch Freeride World Tour zieht nun in das Freeride-Mekka Chamonix Mont-Blanc weiter, wo am  21. und 22. Januar 2012 der nächste Tourstopp ansteht. Nach den starken Schneefällen in Europa und am Mont Blanc sind auch dort erstklassige Bedingungen zu erwarten.